
Es gibt Skigebiete, in die du zum Skifahren fährst. Es gibt Skigebiete, in die du zum Feiern fährst. Und dann gibt es Ischgl, wo offenbar nie jemand beschlossen hat, dass man sich entscheiden muss.
Das Tiroler Dorf gilt als das Ibiza der Alpen, und der Spitzname ist verdient. Wer aber glaubt, es gehe nur um die Bar, verpasst den größten Teil der Geschichte. Das solltest du wissen, bevor du fährst.
Zuerst das Skifahren, denn das ist keine Nebensache
Ischgl liegt im Paznauntal und teilt sich mit dem schweizerischen Samnaun die Silvretta Arena: rund 239 Pistenkilometer, von 1.360 bis knapp 2.900 Metern Höhe. Damit gehört es zu den schneesichersten Gebieten der Alpen ohne Gletscher.
Der Charakter ist sportlich. Viele rote Pisten, breite Abfahrten und ein Gebiet, das groß genug ist, um tagelang zu variieren, ohne dass dir die Route bekannt vorkommt. Und du kannst über die Grenze in die Schweiz fahren, wo Samnaun zollfreies Einkaufen mit einer ruhigeren Atmosphäre verbindet — auch wenn die Zöllner auf Ski durchaus ein Auge auf verdächtig pralle Rucksäcke haben.
Der Ablauf des Tages
Was Ischgl von den meisten Gebieten unterscheidet: Die Party beginnt nicht nach dem Skifahren, sondern wandert allmählich vom Berg ins Dorf.
Ab etwa zwei Uhr: am Berg
Es beginnt oben, in der Paznauner Taja. Glühwein, Musik und Aussicht. Wichtiges Detail: Hier ist gegen vier Uhr Schluss, denn danach musst du noch ins Tal. Das ist Absicht — und du hältst dich besser daran.
Ab drei Uhr: im Dorf
Unten übernimmt der Kuhstall, direkt neben der Talstation der Silvrettabahn. Das ist der Klassiker: eng, laut und heiß, genau wie es sein soll. Bist du nicht vor drei Uhr da, stehst du wahrscheinlich draußen.
Die Trofana Alm an der Dorfstraße ist größer angelegt, aber nicht ruhiger. DJs, Livemusik und Tische, auf denen getanzt wird. Dazu kommen Nikis Stadl, das Kitzloch und Fire & Ice, das erst in Fahrt kommt, wenn der Rest abbaut.
Gegen fünf Uhr füllt sich in der Hochsaison die Fußgängerzone, und kaum noch zu erkennen ist, wo das eine Lokal aufhört und das nächste anfängt.
Top of the Mountain: das Konzert am Berg
Was Ischgl wirklich einzigartig macht, sind die Top of the Mountain-Konzerte. Drei- bis viermal pro Winter — zur Eröffnung, mitten in der Saison und zum Abschluss — steht eine Bühne auf der Idalp oder am Ortsrand.
Die Namen, die dort gespielt haben, sprechen für sich: Elton John, Robbie Williams und Rihanna standen alle auf dieser Bühne. Ein Open-Air-Konzert auf 2.300 Metern, im Schnee, zwischen Tausenden Menschen in Skikleidung. Das gibt es sonst nirgends in dieser Größenordnung.
Prüf die Termine, bevor du buchst. Fällt deine Woche mit einem Konzert zusammen, ist das der Unterschied zwischen einem guten Urlaub und einem, von dem du noch Jahre erzählst.
Und wenn du mal nicht willst
Nicht jeder will sieben Tage am Stück auf Tischen stehen, und Ischgl hat darauf eine Antwort.
Die Silvretta Therme ist ein großes Bad- und Saunaareal im Dorf — ideal nach einem Tag langer Abfahrten oder wenn das Wetter nicht mitspielt. Dazu gibt es Winterwanderwege, Langlaufloipen Richtung Galtür und die Schweizer Seite, die schlicht ein paar Tonlagen leiser ist. Wer in Ruhe essen möchte, findet in Ischgl die passenden Adressen; nicht umsonst gibt es hier auch Sterneküche.
Praktisch
- Wann: Januar und Februar für den besten Schnee, März und April für Sonne und lange Tage. Weniger Trubel und niedrigere Preise findest du zur Eröffnung Ende November oder in den letzten Wochen im Mai.
- Wo du schläfst: Im Dorf bist du mittendrin. Willst du schlafen, überleg dir den Ortsrand oder Samnaun.
- Was du anziehst: Du gehst von minus zehn auf der Piste in eine volle Bar mit dreißig Grad. Schichten sind hier kein Ratschlag, sondern Pflicht — lies unseren Artikel über das Schichtenprinzip, wenn du wissen willst, wie du das aufbaust.
Ein Outfit gehört dazu
In Ischgl kommt die Jacke aus, sobald du drinnen bist. Was darunter sitzt, sehen die Leute den ganzen Abend — und genau deshalb ist ein Skipullover dort mehr als eine Mittelschicht.
Wir haben eine Kollektion danach benannt. Die ISCHGL-Kollektion trägt den Namen des Dorfes am Ärmel, mit dem Gutski-Hirsch dazu. Fährst du mit einer Gruppe, dann gestaltet ihr eure eigene Version — praktisch, denn in dem Gedränge verliert ihr euch garantiert.